Fragenkatalog zum Stadtgespräch am 31.08.2015

  1. Wie sieht das persönliche Profil der Kandidatinnen und Kandidaten aus?

Name

Penitzka, Anna-Maria Magdalene

Geb.-Datum / -Ort

15.10.1966 / Oberhausen Rheinl

Konfession

evangelisch

letzter Schulabschluss

Fachabitur, Typ Wirtschaft (VHS, Abendschule) Æ1,7

Ausbildungen
(chronologisch)

Bürokauffrau (IHK) – Prüfung um ein Jahr vorgezogen

Dipl.-Heilpädagogin (EFH-Bochum) – Abschluss mit Sonderantrag (nach 5 Semestern)

AdA / Ausbilderin (IHK)

Fachkraft Rechtsextremismus Prävention (DGB)

Betzavta-Trainerin (DGB)
Das Wort bedeutet „Miteinander“ und es handelt sich bei dieser Ausbildung um eine Methode, bestehend aus insgesamt zwölf Übungen, die auf der Basis von Selbsterfahrung den Wert der Demokratie selbst erfahrbar machen.

Schlaf- u. Entspannungspädagogin / -therapeutin, einschl. Seminarleiterinschein in AT und PMR.

Tätigkeiten

Hauptberuf: (VZ): Pädagogin im Bereich der Jugendberufshilfe und im Reha Bereich für Erwachsene (seit 08/2015)
Teilselbständigkeit: Durchführen von Entspannungskursen in AT (Autogenes Training) oder PMR (Progressive Muskelentspannung)

privates Engagement

Soziales Engagement:
Essen verteilen an Personen, die Hunger haben, nicht nur zur Weihnachtszeit (z. B. an obdachlose Menschen).
Unterstützen von Personen, die Hilfe benötigen / hilfsbedürftig sind (z. B. beim Schreiben von Bewerbungen, bei schulischen Problemen, oder auch als Begleiterin).

Politisches Engagement:

Friedliche Teilnahme an Aktionen und Demonstrationen für Demokratie und Menschlichkeit (z. B. 1. Mai, Antikriegstag, Campac-Aktionen, etc.).
Mitglied in der Gewerkschaft (in diesem Jahr seit 25 Jahren) und ehemalige Stipendiatin der Hans-Böckler-Stiftung.

Interessen

Schreiben (eig. Kurzgeschichten u. Gedichte), Lesen und Singen
Politik / (Arbeits-) Recht und Bildung sowie soziale Themen
Natur (Wandern), Physik und GeoCachen

  1. Welche Herausforderungen sehen die Kandidatinnen und Kandidaten in den Bereichen Wirtschaft, Arbeit, Finanzen und Soziales und was sind ihre zukünftigen Schwerpunkte?

Wirtschaft: Ansiedlung von Firmen, die zugleich ökologisch nachhaltig arbeiten und auch gut für das Image von Oberhausen sind (keine „Heuschrecken“, Spielhallen, Billiganbieter).

Arbeit: In Verbindung mit dem Stichwort „unternehmerische Verantwortung“ vs. Gewinnmaximierung, ... Stellenerhalt und Schaffen von weiteren sozialversicherungs-
pflichtigen Stellen (keine 450 € Jobs / Zeitarbeit / Beschäftigung im Rahmen einer „Maßnahme“).

Finanzen: Transparenz (z. B. Handy Skandal) und Schuldenabbau, Akquise weiterer Fördermittel (Bund / Land, ESF).

Soziales: Generationen übergreifendes Miteinander ([kreatives Wohnen: inklusiv / interkulturell], Spielplätze, Freizeitflächen für Jugendliche, erforderliche bauliche Veränderungen [z. B. Gehwege u. Übergänge ebnen], Aufstocken von Alten-
betreuer_innen Stellen), Stärkung der Stadtteile und Integration von Flüchtlingen.

  1. Welche Schwerpunkte setzen die Kandidatinnen und Kandidaten in den Bereichen Kultur, Freizeit und Sport (freiwillige Aufgaben)? Was ist Ihnen wichtig?

Kultur: Die alternative Kulturszene: Sozio-kulturelle Zentren (z. B. Altenberg, Druckluft, K14, etc.), das Theater und die freien Bühnen (z. B. Kleinstädter Bühne, Atelier Theater) sowie die Lichtburg fördern.

Freizeit: Vorhandene Hallen- und Freibäder fördern (z. B. kein Kassenautomaten Schwimmbad, sondern Schwimmbäder mit Personal) und das z. Zt. geschlossene Freibad Alsbachtal wieder eröffnen (wurde zu schnell eingeebnet). Angebot von Ferienspielen in allen Ferienzeiten ermöglichen. Die Pflege von Grün- / Gartenanlagen sowie das Vorhandensein von Kleingärten als Orte der besonderen Begegnung wert schätzen. Gleiche Wertschätzung gilt dem Bero-Zentrum, als ältestes Einkaufszentrum in Oberhausen.

Tourismus: Oberhausen als Quartier im Ruhrgebiet stärken und Quartiere für Touristen stärken (z. B. kostenlose Werbung auf der Homepage der Stadt Oberhausen, etc.). Museen noch attraktiver gestalten (Ideen, Personal, Öffnungszeiten). Demokratisches Gedenken / Gedenkkultur hervorheben / Angebote intensivieren und Städtetouren ausbauen (Themenbezug). ÖPNV-Angebot verbessern (z. B. Strecken in Oberhausen ausbauen, Randgebiete besser versorgen, Takte verkürzen, Angebot an Wochenenden / ggf. an Feiertagen verbessern) und inklusionstauglicher machen (z. B. Rollstühle, Rollatoren).

Sport: Sportvereine und deren Angebote sind ein besonders wichtiger Bestandteil im Bereich der allgemeinen körperlichen Betätigung und Gesunderhaltung jeder Altersgruppe. Gleiches gilt für allgemeine Orte, die auch Bürgerinnen und Bürgern ohne Anbindung an einen Verein zur Verfügung stehen. Im Allgemeinen ist Sport ein wichtiger Bestandteil des sozialen Miteinanders. ... Bezogen auf diesen Unterpunkt bin ich offen für Hinweise, da ich mich hier einfach – mangels eigener sportlicher Betätigung – nicht gut auskenne.

  1. Wie beurteilen die Kandidatinnen und Kandidaten die Entwicklung im Bereich Bildung und Schule? Was sind ihre Ideen für die Zukunft?

Bildung & Schule / Kritik: Die Schließung von Förder- und Hauptschulen sehe ich kritisch, weil insbesondere in diesen Schulformen die Schülerinnen und Schüler eine an ihrem individuellen Bedarf orientierte und auf ihre Möglichkeiten abgestimmten Lehrstoffvermittlung erfahren haben. Statt diese Schulformen zu schließen hätte der gezielten Imagevernichtung dieser Schulformen entgegen getreten werden müssen. Mit der Schließung wird m. E. auf Kosten der davon betroffenen Schülerinnen und Schüler Geld gespart.

Bildung & Schule / Ideen: Vom Kindergarten bis zum letzten (Berufs-) Schultag ... Kindergarten: Lernort für frühes Miteinander und positive Erfahrung (Interkultureller Gemeinschaftsort), Stärkung von Erfolgserlebnissen, Vermittlung von menschlichen Werten, (z. B. gemeinschaftliches Miteinander) und Fördern von sozialen / persönlichen Kompetenzen.

... Schule: Ort zur Förderung von Motivation und Selbst-Kompetenzen, als konstruktiven Lernort erfahren (kein negativer Ort von Selektion).

... Berufskolleg: als interdisziplinären Lern- und Arbeitsraum fördern und wertschätzen. Das Bewusstsein für soziale Verantwortung fördern, Netzwerk-Kompetenzen bilden und Kooperationen mit allen an beruflicher Bildung beteiligten Kooperateurinnen und Kooperateuren fordern und fördern.

... Ausbildung: Vorhandene Ausbildungsbetriebe wertschätzen / neue Ausbildungs-
betriebe ansiedeln und steuerliche Anreize für bildungs- sowie sozialpolitisch nachhaltig arbeitende Betriebe schaffen. Ausbildungspatenschaften als Generationen verbindendes Projekt starten und begleiten, „Wissenstransfer – von der Praxis für die Praxis“.

... Zustand / Ausstattung in allen Schulformen verbessern, inklusive uneingeschränktem Zugang zu modernen Lern- und Lehrmitteln (z. B. barrierefreies Lernen, eLearning). Pädagogische Arbeit an allen Schulformen wert schätzen und unterstützen (z. B. Auf-
stocken von Soz.-Päd. Stellen) sowie Integration / Inklusion tatkräftig fördern.

... „initiative Schule“ Reaktivierung von geschlossenen Schulgebäuden zugunsten einer individuellen Förderung von besonders förderbedürftigen Kindern und schulpflichtigen Jugendlichen, die im (neuen) Regelschulsystem nicht optimal gefördert werden können.

... Hochschulstandort: Vorhandene Hochschulen (z. B. Umsicht und Medikon) als über-
regionale und interdisziplinäre Studieneinrichtungen fördern und Ansiedlung weiterer Hochschulen in den Bereichen: Medien, Medizin, Handwerk und Wirtschaft anstreben.

  1. Welche Reformen wünschen sich die Kandidatinnen und Kandidaten für die Strukturen in der Stadt?

Transparenz und Mitbestimmung: Möglichst frühzeitiges Einbinden und Beteiligen der Bürgerinnen und Bürger, bzgl. Entscheidungen, die eine solche Beteiligung erfordern
(z. B. bei kritischen Fragen, Beispiele aus der Vergangenheit: Privatisierungsvorhaben, spezielle Bauvorhaben sowie bei der Umsetzung von Einsparungsvorgaben des Bundes) ... Zugleich auch Forderung an die beteiligten Bürgerinnen und Bürger, sich mit konstruktiven Vorschlägen und / oder Aktionen einzubringen (z. B. Vermieter_innen mit Wohnungsangebot akquirieren).

  1. Welche anderen Schwerpunkte sind den Kandidatinnen und Kandidaten noch wichtig?

Unter dem Stichwort „Engagement für und in Oberhausen“:

... Soziales Oberhausen-Jahr gezielt zur Förderung (ehrenamtlicher) Initiativen und zur Stärkung von Zivilcourage.

... Ausbau und Förderung von bestehenden Angeboten, wie Streetwork, offene Türen (für Jugendliche), Frauenberatungsstelle / Frauenhaus.

... Möglichkeiten für interreligiösen und interkulturellen Austausch sowie Möglichkeiten der Begegnung an (noch) ungewohnten Orten für Bürgerinnen und Bürger schaffen (z. B. Orten der Glaubensausübung, noch nicht erschlossene Freizeitbereiche, etc.).

... Spezielle Angebote zur (Re-) Integration von weiteren besonderen Personengruppen (z. B. obdachlose Menschen, Menschen, die noch in Flüchtlingsunterkünften leben müssen, etc.)

...

  • Mit Rückblick auf einige Gespräche der jüngsten Vergangenheit: Ich werde mich dafür einsetzen, dass – zumindest auf Oberhausen bezogen – die Bürgerinnen und Bürger wieder Vertrauen in die (kommunale) Politik bekommen.
  • Handy-Skandal schnellstmöglich aufklären und konsequent handeln (z. B. bei verhaltensbedingter Kündigung ... ohne Zahlen einer Abfindung entlassen).
  • Wenn bis zu meiner Ernennung als Oberbürgermeisterin (2015) noch nicht geschehen, sofort Regress / möglichst kostenlosen Umtausch der „zu schwach“ leuchtenden LEDs gegen solche, die beim Leuchten nicht nur den Kopf, sondern auch den Boden erhellen.
  • In verschiedenen Gesprächen wurde mir gesagt, dass – trotz des Vorliegens eines rechtskräftigen Urteils (?), die Stadt Oberhausen die zu hoch angesetzten / einbehaltenen Müllgebühren immer noch nicht zurück gezahlt haben soll. ... Ich werde mich informieren und dann entsprechend der Vorgaben des o. g. Urteils handeln.
  • Im Sinn einer Kostenoptimierung – Strukturen von Tochtergesellschaften besonders in den „oberen Etagen“ kritisch prüfen und (wenn möglich sofort) neu strukturieren.
  • Wenn (rechtlich) möglich: Auszahlen von „Gewinnen“ erst dann, wenn Oberhausen schuldenfrei ist. Bei roten Zahlen gibt es realistisch betrachtet keinen „Gewinn“, der an Gesellschafter_innen ausgeschüttet werden kann. Vielmehr wäre dann eine konkrete Verlustbeteiligung konsequent.
  • Fairer Wettbewerb = Vergabe von kommunalen Aufträgen – auf Grundlage rechtlicher Vorschriften, unter Zugrundelegung von üblichen Wettbewerbs-Merkmalen (Preis & Leistung). Einzige „Bevorzugung“ ... Firmen, die soziale Standards erfüllen (Ausbildungsbetriebe / Betriebe mit sozialversicherungspflichtig beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und ordentlicher Tarifgebundenheit).
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