NRZ Wahlprüfsteine

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von Dipl.-Heilpädagogin Anna-Maria Penitzka

 

Vier Fragen rund um ...

  • Familie / Jugend / Soziales

Wie wollen sie die Unterbringung von Flüchtlingen gewährleisten?

Ganz klar hat für mich die Unterbringung von Flüchtlingen in regulären Wohnungen deutlichen Vorrang, da auf diese Weise – begleitet von weiteren Maßnahmen – Integration gelingt. Menschen, die zusammen wohnen können vielfältige Möglichkeiten für vertrauensbildende Begegnungen und soziales Lernen nutzen.

Durch Anmietung von leer stehenden Wohnungen, Flüchtlingen ein Wohnen in einem regulären sozialen Umfeld ermöglichen.

Wie kann die Betreuungssituation in den Sozialbereichen für die Bürger verbessert werden?

Ich denke, dass die jeweiligen Bürgerinnen und Bürger – im Sinn einer ganzheitlichen Beteiligung und Einbindung in einen Prozess –mittels einer offenen Befragung Bedarfe schnell und möglichst umfassend ermitteln und dann nach Möglichkeit auch so schnell wie möglich umsetzen.

Finanzierung über Umschichtung, bürgerliches Engagement, Einbindung von Organisationen, Sponsoring über Firmen.

Wie wollen Sie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern?

Ich freue mich, wenn ich von positiven Beispielen erfahre, die auch Alleinerziehende, oder beide Elternteile nutzen können. Ich gehe „nur“ arbeiten. ... Menschen, die sich der doppelten Herausforderung Arbeit UND Nachwuchs stellen, leisten Besonderes für unsere Gesellschaft.

Ausbau der Ü3 Betreuung, Unterstützung von Firmen bei Einrichtung von Betriebskindergärten (Zusammenschluss mehrerer Firmen)

Das neue Haus der Jugend – reicht das Angebot, oder brauchen Jugendliche mehr?

Das neue Jugendzentrum befindet sich noch im Bau. In Oberhausen gibt es verschiedene stationäre sowie mobile Angebote für Jugendliche.

Ich denke, dass das bestehende Angebot bezüglich der Qualität der Ausstattung und – besonders vor dem Hintergrund einer abzuwartenden höheren Nutzungsbedarfes von Jugendlichen (zunehmend auch mit Flucht-Hintergrund) – dazu führt, dass der Bedarf an fachlich qualifiziertem Personal steigt.

  • Schule

Was haben Sie mit den leer stehenden Schulen vor?

Für mich sind Schulen Orte des gemeinsamen (sozialen) Lernens und ich möchte, dass viele der leer stehenden Schulen möglichst schnell wieder zu solchen Orten werden.

Erhöhten Bedarf an Räumlichkeiten planen, um möglichst sofort mit der Integration von Flüchtlingen und auch der individuellen Förderung von weiteren Zielgruppen zu beginnen.

Wie möchten Sie die Inklusion fördern?

Inklusion kann nur gelingen, wenn Schülerinnen und Schüler mit besonderem Förderbedarf auch an für sie neuen Schulen in gleich bleibender Qualität gefördert werden, wie sie es bereits vor der Schließung ihrer Ursprungsschule erfahren haben.

Kleine Klassen, zwei Lehrkräfte je Klasse, bedarfsgerechte Ausstattung

Wie kann die Reinigung an den Schulen verbessert werden?

Zunächst halte ich es für sehr wichtig, dass Schülerinnen und Schüler früh lernen, Verantwortung für ihre Umwelt und ihr Handeln zu übernehmen.

Personal aufstocken, Reinigungsintervalle verkürzen, unter Mitwirkung von Schülerinnen und Schülern (Reinigungs- / Hofdienst).

Wie wollen Sie gewährleisten, dass es an jeder Schule mindestens einen Schulsozialarbeiter gibt?

Die Arbeit von Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeitern ist aufgrund der gestiegenen Herausforderungen, wie sie Inklusionsaufgaben und die Integration von schulpflichtigen Flüchtlingen mit sich bringt, sehr wichtig.

Abwälzen der Kosten auf die Kommune verhindern. Ausbau und Finanzierung der Stellen über Landesmittel.

  • Sicherheit und Sauberkeit

Rotlichtbezirk: Welche Perspektiven sehen Sie für die Flaßhofstraße?

Keine. Weder da, wo sie sich befindet, noch dort, wo sie hin umgezogen werden soll. Wer einen Rotlichtbezirk duldet, unterstützt den Frauenhandel und das organisierte Verbrechen.

Die „Schönmalerei“ vom „ältesten Gewerbe der Welt“ muss endlich ein Ende haben! Männer sind in ihrem Verantwortungsbewusstsein gefordert.

Wie lässt sich der Zustand der öffentlichen Grünanlagen verbessern?

Ich denke, dass man hier zwei Verursachungsgründe betrachten muss. Einerseits Personen, die achtlos Müll und Flaschen in die Grünanlagen werfen, bzw. Hundekot nicht wegräumen. Andererseits die Fachkräfte, zu deren Aufgaben die Pflege und Reinigung der Grünanlagen gehört.

Straffung der Einsatzbereiche (effektivere Flächenabdeckung), evtl. Stunden-erhöhung in besonderen Zeiten (Frühjahr, Herbst).

Trinkerszene am Altmarkt: Wie wollen Sie Anwohnern und Betroffenen helfen?

Dadurch, dass man Menschen aus dem Stadtbild verbannt, ist das grundsätzliche Problem nicht behoben. Für verschiedene Gruppen aus der Bevölkerung werden Orte der Begegnung geschaffen. Ich denke, dass auch für Randgruppen solche Möglichkeiten bestehen müssen.

Markthalle renovieren, um – begleitet von Streetworkern und entsprechend strukturierenden Angeboten – einen Raum für diese Menschen zu schaffen, an dem sie sich tagsüber aufhalten können. Ordnungsdienst Streifengänge erhöhen


Sollen weitere Blitzer aufgestellt werden?

Grundsätzlich „Ja.“ Gerne auch Verkehrskontrollen an Stellen, die prädestiniert dafür sind, dass Verstöße im Straßenverkehr dort an der Tagesordnung sind (z. B. Umfallschwerpunkte, an Schulen / Kindergärten, Parken in der zweiten Reihe / auf dem Bürgersteig, etc.).

  • Kultur und Sport

Werden Sporthallen aufgegeben oder anders genutzt?

Solange Sprothallen baulich ungefährlich nutzbar sind, sollen sie auf jeden Fall dem Sport zur Verfügung stehen.

Wenn mit „... anders genutzt ...“ die Unterbringung von Flüchtlingen gemeint sein sollte, kann ich nach jetzigem Stand nur auf meine Antwort bei Frage 1.1 hinweisen.

Soll die neue Tribüne fürs Stadion Niederrhein gebaut werden?

Die Stadt Oberhausen ist Eigentümerin des Stadions. Wenn eine absolute Auslastung der Tribüne gesichert ist und der Tribünenausbau nicht zum finanziellen Fiasko gerät, kann ich mir durchaus vorstellen, dass die neue Tribüne gebaut wird.

Hierzu werde ich mir dann als Oberbürgermeisterin die entsprechende Wirtschaftlichkeitsberechnung angucken.

Müssen sich in Zukunft weitere Vereine Kunstrasenplätze teilen?

Sportliche Betätigung ist m. E. sehr wichtig. Vielleicht lässt sich an dem Nutzungsplan / den Nutzungszeiten noch etwas optimieren?

Falls die Frage in Richtung Kunstrasen vs. echtem Rasen gestellt wurde, muss ich Ihnen die Antwort noch schuldig bleiben, da ich zu wenig über die Vorzüge der jeweiligen Rasen Art weiß.

Wie stellen Sie sich die Förderung der Kulturszene vor?

Bestehende Angebote und Strukturen müssen unbedingt weiter in ihrem kulturellen Wirken unterstützt werden, beständig bereichert um neue Angebote, die einer Vielzahl von Bürgerinnen und Bürgern – über alle Altersstrukturen hinweg – zugänglich sein müssen.

  • Stadtentwicklung

Braucht die Stadt Oberhausen ein Leitmotiv?

Spontan bin ich geneigt, in Anlehnung an W.I.O. „Willkommen in Oberhausen“ als Leitmotiv zu wählen. Falls Oberhausen wirklich ein Leitmotiv bräuchte, würde ich auf jeden Fall die Bürgerinnen und Bürger mit in die Ideensammlung einbeziehen.

Welche Perspektiven sehen Sie für die Marktstraße?

Die Marktstraße hat m. E. eine sehr gute Perspektive, wenn bestimmte Dinge bei der Vermietung von Ladenlokalen berücksichtigt werden. Das Angebot muss vielfältiger und qualitativ etwas besser werden.

Der Ansammlung von so genannten „Billigläden“, Spielhallen, etc. muss gestoppt werden, damit Anreize, mit dem Ziel der Aufwertung der Marktstraße geschaffen werden.

Wie schafft man eine Belebung des ehemaligen Stahlwerksgeländes?

Oberhausen als Wissensstandort zu stärken halte ich für sehr sinnvoll. Aufgrund der guten Verkehrsanbindung und der günstigen Lage eignet sich dieses Areal m. E. besonders gut als zukünftiger Standort für einen Hochschulkomplex.

Die Ansiedlung weiterer konsumorientierter Großanbieter halte ich nicht für sinnvoll.

Welche Ideen haben Sie für die Stadtteile?

Die Anwohnerinnen und Anwohner sind hier die gefragten Profis, da sie oft genau wissen, was (in) ihrem Stadtteil fehlt, bzw. was ihn aufwerten würde.

Bei aller Planung ist wichtig, dass die Stadtteile keine Einheitsschablone aufgedrückt bekommen, weil jeder Stadtteil seinen ganz eigenen Charme hat, der unbedingt als Stärke erhalten und ausgebaut werden muss.

  • Arbeit und Wirtschaft

Welche Anreize bieten Sie Betrieben zur Schaffung weiterer Ausbildungsplätze?

Betriebe, die reguläre Ausbildungsplätze schaffen genießen ein hohes Ansehen, weil sie sich der sozialen Verantwortung stellen, die ein Betrieb m. E. hat.

Folgende Anreize kann ich mir für Ausbildungsbetriebe vorstellen, die aktuell ausbilden:

- Senkung der Gewerbesteuer (wenn möglich)

- Kostenfreier Werbeplatz auf der HP von Oberhausen

- bevorzugte Berücksichtigung bei Ausschreibungen (wenn möglich)

- Ehrung von Ausbildungsbetrieben, gute Leistungen.

Was erwarten Sie von dem neuen Jugendbündnishaus?

Dadurch, dass die wichtigen Akteure: Berufsberatung der Arbeitsagentur, Jugend-Jobcenter, Einrichtungen der Jugendhilfe, Schuldnerberatung, Projektexpertinnen und –experten für „Übergang in Schule und Beruf“ sich an einem Ort bündeln, können Jugendliche kompetente Unterstützung auf kurzem Weg erhalten.

Ich erwarte, dass sich die Zahl der Jugendlichen ohne Ausbildung und der jungen Fachkräfte ohne Arbeitsplatz schnell und zudem nachhaltig sinkt.

Wo sehen Sie Raum für die Ausweisung zusätzlicher Gewerbeflächen?

Siehe Frage 5.2, bzgl. des ehemaligen Stahlwerks.

Ein besonderer Blick muss immer darauf gerichtet sein, welche Untenehmen eine Ansiedlung in Oberhausen anstreben, um damit einhergehende Nachteile (z. B. durch Verschmutzung für die Stadt zu vermeiden.


Welche Pläne haben Sie für die Tochtergesellschaften der Stadt Oberhausen?

Bei der Suche nach Einsparungsmöglichkeiten müssen auch die Tochtergesellschaften ohne Einschränkung und über alle Ebenen hinweg geprüft werden.

  • Umwelt und Verkehr

Rückläufige Fahrgastzahlen: Wie wollen Sie den ÖPNV stärken?

Als Autofahrerin nutze ich manchmal den ÖPNV. Negative Erfahrungen: Verspätungen, unfreundlichem Monologe über das anscheinend einzig gültige Barzahlungsmittel (10 € Schein), rauchende Busfahrer!

Mein Tipp: Dringend an der Verbesserung des Services und an der -Motivation des Personals (Stressabbau) arbeiten.

Diskussionen um Windräder im Ruhrbogen: Welche Rolle spielen die Erneuerbaren Energien für Oberhausen?

Erneuerbare Energien sind insgesamt sehr sinnvoll. Oberhausen muss in diesem Punkt darauf achten, den Anschluss nicht zu verlieren.

Die Ruhraue bietet vielfältigen, besonders schützenswerten Lebensraum für verschiedene Tier- und Pflanzenarten. Die nahezu unberührte Natur lädt zum Erholen und Entspannen ein.

Lärm, Schadstoffe, Staus: Braucht Oberhausen einen Masterplan Verkehr?

In diesem Zusammenhang ist – sofern noch nicht geschehen – ein Verkehrsgutachten besonders wichtig, das alle relevanten Größen mit einbezieht (z. B. Individualverkehr).

Für diesen Bereich stehen EU-Mittel auch in großem Umfang zur Verfügung (z. B. Bau von Lärmschutzwänden).

Welche Ideen haben Sie für die Förderung des Radverkehrs?

Gelegentlich nutze ich auch gerne mal das Fahrrad. Mein Appell an alle: Saubere Radwege sind eine saubere Sache.

Im Rahmen des Verkehrsgutachtens (siehe Frage 7. c), nach Möglichkeit Ausbau des Radwegenetzes in Oberhausen, unter Einbeziehung der Erkenntnisse aus dem Verkehrsgutachten.

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