Fragen des Jugendparlaments

  1. In drei Sätzen: Was wollen Sie für die Jugend in Oberhausen tun?

Ich weiß jetzt schon, dass ich die „drei Sätze“ nicht einhalten kann, weil – wenn es um Bildung geht, drei Sätze einfach nicht ausreichen, bzw. zu kompliziert werden, wenn ich in verschachtelten Sätzen antworte; zumal durch meinen Hinweis ein Satz jetzt schon weg wäre.

Beruflich habe ich oft mit Jugendlichen zu tun, bei denen insbesondere im Übergang Schule und Beruf verschiedene Dinge nicht optimal gelaufen sind, die nun dazu geführt haben, dass diese Jugendliche ohne, oder mit einem einfachem Schulabschluss, dastehen und einfach auch von ihrer persönlichen Entwicklung (noch) nicht die Fähigkeiten mitbringen, um in Ausbildung oder Arbeit einmünden zu können. Diese Jugendlichen werden oft als so genannte „bildungsferne Jugendliche“ bezeichnet und m. E. zum Teil auch entsprechend stigmatisiert.

Chancengleichheit durch gerechte Bildungsmöglichkeiten: Mit besonderem Blick auf die o. g. Jugendlichen möchte ich mich dafür einsetzen, dass ihnen zielgruppengerechte und bei Bedarf auch niederschwellige Bildungsangebote eröffnet werden, die eine Mitgestaltung der erforderlichen Inhalte – immer in Zusammenarbeit mit den einzelnen Jugendlichen – ermöglichen und auch deren aktive Mitwirkung einfordern.

  • Ich werde mich dafür einsetzen, dass möglichst alle Jugendliche ihre Zukunft aktiv mit gestalten und die Bildung bekommen, die sie auf ihren Weg in den Übergang Schule / Studium, Ausbildungs- oder Arbeitswelt unterstützt.

Lern- / Lehrmittel: Was wir in die Bildung von Kindern und Jugendlichen investieren, macht Sinn. Es gibt Schülerinnen und Schüler, die von zuhause aus nicht optimal ausgestattet werden (können). Ich möchte kein „Konsumverhalten“ heranziehen, sondern aktive Prozessorientierung mit Eigenleistung fördern. In diesem Zusammenhang heißt das: Wenn ein Bedarf besteht, kann die Schülerin / der Schüler einen „Sinn-Antrag“ (formfrei) stellen, in dem der konkrete Bedarf und die konkrete Gegenleistung für die beantragte Sponsoring-Unterstützung angegeben werden.

  • „Sinn-Antrag“ (formfrei): Für mich ist wichtig, dass sich Kinder und Jugendliche im Geben und Nehmen als Teil der Gesellschaft erfahren, dass sie lernen, eigene Ziele zu formulieren und Verantwortung – insbesondere für das eigene Dasein – in einer Weise zu übernehmen, die allen Beteiligten den gehaltvollen Sinn ihres Tuns nachvollziehbar macht.

Emotionales und soziales Lernen / Erfahrungsaustausch über Generationen: Aus eigener guter Erfahrung kann ich sagen, dass ich sehr viele für mich wichtige Dinge durch Gespräche mit Menschen verschiedener Generationen (in alle Altersrichtungen) aus der Perspektive der Zuhörerin „mit erfahren“ und daraus gelernt habe, bzw. einige nützliche Inhalte in mein Denken und Handeln übernehmen konnte. Ich habe durch diesen Erfahrungsaustausch einen für mich wertvollen Erfahrungszuwachs erlangt und ich möchte mich dafür einsetzen, dass sich Generationen an allen möglichen Orten begegnen und voneinander lernen.

  • Aus eigener guter Erfahrung kann ich sagen, dass ich sehr viele für mich wichtige Dinge durch Gespräche mit Menschen verschiedener Generationen gelernt habe. Alle Generationen können voneinander lernen und ich werde mich dafür einsetzen, dass sich Generationen an allen möglichen Orten begegnen und voneinander lernen.
  1. RWO (1904 Fußball, 1922 Handball) oder NBO (1992)?

Das ist für mich eine relativ schwierige Frage – wie (fast) jede „entweder oder Frage“.
Als ich noch jung und deutlich sportlicher war, habe ich eine geraume Zeit mit einer Freundin zusammen beim RWO Handball gespielt. Die NBO gab es damals noch nicht. Tut mir leid, ich kann mich hier nicht festlegen. Vielleicht RWO, wg. der uralten Erfahrung, die ich dort als Jugendliche gemacht habe, ... oder NBO, weil ich generell wissbegierig bin und als Jugendliche einfach mal was für mich Neues gewagt habe?

  1. Stellen Sie Ihren Lieblingspolitiker / -in in einer Pose dar!

Vorausschicken muss ich, dass mir das mit der Pose schwer fällt, weil ich aus Überzeugung kein Fernsehen gucke und ich mir die von mir ausgesuchte Person auch nicht auf Youtube angeguckt habe. Mich haben Beiträge im Deutschlandfunk, in Newslettern und Gespräche (über Hannelore Kraft) überzeugt.

Hannelore Kraft (SPD) – Sie ist für mich eine bodenständige Politikerin, deren Wurzeln aus einer Arbeiter_innen Familie im Ruhrgebiet kommen (Ausbildung, Studium). Sie hat sich m. E. den Blick für das Wichtige bewahrt und ihren eigenen Kopf (Ansicht zum Thema „praktiziertes Christentum“ sowie Gesetzentwürfe in den Bereichen Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik) behalten. Besonders beeindruckt hat mich ihr Auftreten anlässlich der Lovparade-Katastrophe in Duisburg. Sie war als Mensch da und hat diese Katastrophe nicht für ihr politisches Ansehen missbraucht. Aus diesem Grund ist Frau Kraft für mich eine Politikerin mit Format.

Mich hat auch eine junge Kommunalpolitikerin der Grünen überaus beeindruckt, weil ich sie in zwei Veranstaltungen zu verschiedenen Themen (Frauenpolitik, Friedenspolitik) als sehr gut vorbereitet und kompetent erlebt habe und weil sie eine wertschätzende Kommunikation praktiziert hat. Leider fällt mir trotz des Lobes ihr Name gerade nicht ein. Tut mir leid.

Neben den Berufspolitikerinnen und –politikern gibt es aber auch viele Bürgerinnen und Bürger, die sich vielfältig für Menschen in besonderen Lebenslagen einsetzen. Diese engagierten Menschen sind für mich diejenigen, Dank deren Engagement Politik auf direktem Weg erfahrbar gemacht wird. ... Einfach durch helfende Hände und Gemeinschaft.

  1. Was fehlt in Oberhausen?

Ich habe oft das Gefühl, dass uns so kreative und für alle Generationen offene sowie erschwingliche Orte, mit positiver Signalwirkung über die Stadtgrenzen hinaus, wie z. B. das Unperfekthaus in Essen, fehlen.

Dann wäre es schön, wenn es ein Konzept gäbe, das die breit gefächerte Ansiedlung von Handels-, Erlebnis- und Dienstleistungsunternehmen in allen Stadtteilen gleichermaßen befördern würde, damit die Einzelnen (Alt-) Stadtteile individuelle Reize werbewirksam und Attraktivität steigernd umsetzen könnten (gut für Ausbildungsplätze und Freizeitangebote).

Manchmal denke ich, dass es Menschen in Oberhausen gibt, denen das Bewusstsein für unsere Stadt zu fehlen scheint? Wenn ich sehe, wie sich Müll z. B. an Spielplätzen und auf Straßen außerhalb von Mülltonnen ansammelt, macht mich das wirklich betroffen. Oberhausen ist keine Müllhalde und ich möchte auch nicht, dass so ein negatives Bild von unserer Stadt vermittelt wird. Gemeinsam anpacken, statt Schulter zucken ...

Auch wenn das einige Gemüter lächerlich finden werden denke ich, dass zwischen „Null Parkgebühr“ auf Parkplätzen für Konsumtempel und „100 Prozent Parkuhrenabdeckung“ im Bereich der Innenstadt / Einkaufsstraßen und an Erholungsgebieten (z. B. Kaisergarten) ein nicht hinnehmbares Missverhältnis besteht. Die Bandbreite derer, die sich zu diesen Orten hinbegibt ist so differenziert, wie die Gründe, auf welche Weise sich Menschen fortbewegen. Sinnvoll fände ich eine „Oberhausen-Parkscheibe“ für Bürgerinnen und Bürger, damit auch mal die Einkaufsstraßen von einem Großeinkauf profitieren können.

  1. Was wünschen Sie sich für Oberhausen in der Zukunft?

In erster Linie wünsche ich mir für unsere Stadt, dass alle Menschen die hier leben, sich willkommen fühlen und gerne in Oberhausen leben, dass sie sich für unsere Stadt interessieren und sie so mitgestalten, dass Chancen für ein gesundes Miteinander entstehen und Demokratie aktiv gelebt und erlebt wird.

 

  1. Stellen Sie Ihr Hobby in einer Pose dar!

Ich habe viele Hobbies, denen ich – nach Möglichkeit – regelmäßig nachgehe:

  • Schreiben: Ich schreibe Kurzgeschichten, Gedichte und manchmal auch Liedtexte, die ich besonderen Menschen widme. Seit geraumer Zeit führe ich regelmäßig Lesungen durch.
  • Lesen: Aufgrund von Zeit lese ich aktuell Newsletter zu verschiedenen Themen und ich höre gerne Hörbücher. Trotzdem gibt es verschiedene Bücher, die ich dann parallel und raumbezogen (Schlafzimmer, Wohnzimmer, Küche (kein Kochbuch), draußen) lese.
  • Singen: „Entweder verdiene ich irgendwann mal Geld mit Singen, oder ich bekomme Geld fürs Nichtsingen“ – eines meiner Lieblingsstatements zu dieser relativen Fähigkeit. Mein Gesangsunterricht ist für mich meine besondere Ruheinsel.
  • Zeichnen: Gerne zeichne ich mit Bleistiften oder Buntstiften – meist konkrete oder unkonkrete Lebewesen mit viel Fantasie.
  • Wandern / Pilgern: „Wenn man älter wird, werden die Sportarten langsamer“, ist mir mal aufgefallen, als ich meine Hobbies in Bezug auf Sport mit damals und heute verglichen habe. Damals bin ich sehr gerne gelaufen (Joggen), ich habe Kampfsport betrieben, war Freizeitreiterin und bin gerne Schwimmen gegangen. Heute ist die Liebe zu Pferden geblieben, aber es reicht mir, sie auf einer schönen Weide stehen zu sehen. Auch die Natur ist mir sehr wichtig und deshalb verbringe ich meine Zeit gerne damit, draußen zu gehen, oder zu sitzen – aber immer auch für den Geist, mit Betrachten und Beobachten.

Das Hobby und die Pose dazu ... siehe Clip. (Lösung: negniS) J

  1. Antoniepark oder Centro?

Da haben wir wieder eine für mich schwierige „oder“ Frage, da m. E. beide Orte in unterschiedlicher Weise betrachtet werden können.

Der Antoniepark stellt für mich ein Symbol aus der Vergangenheit dar, das mitbegründend für das war, was heute unter dem Begriff „Die Wiege des Ruhrgebietes“ zusammengefasst wird und durch den Wandel der Zeit heute ein wichtiger Museumsplatz und Ort zum Erholen durch Ruhe geworden ist.
Ich verbinde diesen Ort aber auch mit der leider schon zu lange rückläufigen Tugend von „Unternehmerischer Verantwortung“ mit Blick auf die „Fürsorge für Arbeitnehmer_innen“. Als überzeugte Gewerkschafterin beinhaltet dieser Blick etwas Wehmut, weil heute schützenswerte und wichtige Arbeitnehmer_innen Rechte ausgehöhlt und sogar abgebaut werden, für deren Einführung unsere Vorfahren mit Leib und Seele gekämpft haben!

Das CentrO stellt für mich die Gegenwart dar. Hier verbringen viele Jugendliche gerne ihre Freizeit, Menschen haben dort Arbeit gefunden und ich vermute, dass das CentrO wahrscheinlich mehr auswärtigen Besuch anzieht, als der Antoniepark?
Dennoch sehe ich generell solche Konsumtempel mit sehr gemischten Gefühlen, da Menschen, die kein Geld haben, oder sonst wie nicht ins Bild passen (z. B. Bettler_innen), dort nicht sind, bzw. nicht sein dürfen (Ordnungsdienst). Hier steht m. E. nur eins im Vordergrund: Konsum, während im Hintergrund für mich zu viel Schatten herrscht (Arbeitsverträge, faschistische Veranstaltungen). Zudem hat sich m. E. das CentrO eher negativ auf das Angebot der Marktstraße ausgewirkt (u. a. Wegzug ins CentrO von Kaufhof, C&A sowie Filialschließung von Tchibo).

Ich persönlich bevorzuge in meiner Freizeit eher den Antoniepark, weil ich mich lieber in Ruhe und in der Natur entspanne.


  1. Was ist Ihr Lieblingsessen?

Eigentlich sollte ich eher aufzählen, was ich nicht mag, das wäre deutlich kürzer. J

Ich esse sehr gerne grünen Salat mit Gurken, Rucola, Schafskäse und Knoblauch (absolut ohne Dressing). Pizza mit Mozzarella und Basilikum schmecken mir auch.

Dann mag ich auch sehr gerne Süßspeisen mit folgenden Bestandteilen: Vanille, Erdbeeren, Kiwi, Bananen und echte Sahne, Walnüsse oder Karamell.

  1. Singen Sie die ersten Verse des Refrains Ihres Lieblingsliedes!

Read All Aobut It (Emeli Sandé) – Ich interpretiere dieses Lied als Aufruf an alle Menschen, dass sie wieder an ihre eigenen, guten Fähigkeiten glauben, innere Stärke zu äußerer Stärke wird, das jede und jeder achtsame Wertschätzung erfährt und Menschen friedlich miteinander leben.

  1. Was ist für Sie wichtig in der Politik?

In erster Linie ist der Mensch für mich wichtig. Politik muss möglichst von allen Menschen für alle Menschen und nicht für die Profitgier einer Minderheit gestaltet sein. So stelle ich mir gelebte Demokratie vor.

„Bildung ist für mich das wichtigste Gut, weil man Bildung nicht überall bekommt, aber überall mit hinnehmen und teilen kann, mit dem Ziel, dass möglichst viele Menschen ihr Leben selbst bestimmt und gut leben können.“

(Anna-Maria Penitzka, 15.07.2015)

Wichtige Bereiche in diesem Zusammenhang sind für mich: Bildung & Ausbildung, Mitbestimmung, Gleichberechtigung & Transparenz, soziales Wohnen und Arbeiten sowie ein achtsamer Umgang mit allem Leben (Tiere und Umwelt), für eine friedliche Welt, ohne Grenzen und Waffen.

Der Ort des Videodrehs kann von der / dem Kandidaten/-in bestimmt werden.

Gerne im Hauptbahnhof Oberhausen. Für alle gut erreichbar.
Ich habe mich für den Hinterausgang entschieden, weil man vom Bahnhof kommend hier entlang geht, um z. B. zum Druckluft zu gelangen. Dort habe ich bereits einen Teil meiner Freizeit verbracht, bevor das nach einem Brand leer stehende Haus zum heutigen Jugendzentrum „Druckluft“ wurde und ich verbinde einfach eine gute Zeit mit diesem Ort.

Die Länge des Interviews ist auf 2 bis 3 Minuten beschränkt.

Die Videoclips werden auf dem youtube-Channel des Jugendparlaments veröffentlicht.

 

https://m.youtube.com/watch?sns=em&v=U5SC-CvjSDo

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Ich habe mich mit Ihren Fragen intensiv auseinander gesetzt. Leider, oder auch zum Glück gab es nicht so viel Redezeit. Mir ist es aber sehr wichtig, dass u. a. die Mitglieder des Jugendparlamentes das vermittelt bekommen, was ich mit meinen sehr kurz gehaltenen Statements sagen möchte. Aus diesem Grund erhalten Sie nun meine ausführlichen Antworten. Gerne stehe ich Ihnen auch für weitere Fragen zur Verfügung (Mo., Do., Fr. ab 17:00 Uhr, Sa. ab 13:30 Uhr).

Danke noch mal an Fabio Mazur für das freundliche Interview. „Daumen hoch“

 

 

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